Donnerstag, 17. Juli 2008

ich bestehe aus ton aus dem haus der großen schnecke, und denke wort für wort für wort fürwahr. auf einen anruf warten, sagt elisa, sie legt den stift weg, dann den hörer. ja, große worte sind heute nicht zu erwarten. ein ganzer anteil, ein ganzer acker, sagt sie, läge noch vor ihr, an leben. ich wende derweil das auto auf der hofeinfahrt, mein schatten mein wunderbarer schatten (mein treuster freund, sagt f. – und ich will ihm glauben). die wassertröpfchen auf der scheibe legen einen halbdurchsichtigen schleier über die welt. auf den aufgeworfenen furchen feiner schnee also sand (aus der wüste : saharaschnupfen). das wort juvenil am frühen morgen, als ich dreifach verfolgt aus dem schlaf aufwache und mein herz rast. mit dem haus der größten schnecke, meinem gedankenhaus, sagt elisa, so langsam und so verwunden wie mein herz, das denkbar schnell rast. es ist schon ganz alt. ich will ihr die ganze zeit nur zuhören, denke ich, wie sie am wiesenrand sitzt und von der ferne spricht. fort, sagt sie da, und : fort. und ich fühle, als käme ich kaum noch voran, statt rattenschwanz, irgendetwas das mich plötzlich hält. wassertröpfchen auf ihrer brille, zwei ratten, sagt marcel auf saras geburtstag, zwei freunde seien ihm binnen tagen verstorben, ein pärchen, sagt er, ratz & fatz. seelenverwandt karma philoten yingyang herz verbunden und überhaupt, er wolle niemals wieder freunde haben, weil sie plötzlich ganz alt würden, manchmal über nacht, dann stürben sie und das herz glühe aus, und das herz fühle verlust, wo vorher kein verlust gewesen (und dann folgt die zweite reihe und die gedanken werden ja ganz grau darüber, sagt elisa). ja, ich warte auf einen anruf, mein lieber freund, sagt f., er habe seit wochen sich nicht gemeldet, also seit wochen keine rückmeldung von ihm auf seine letzte nachricht (per email), das wäre so gewesen wie fische, die ja doch säugetiere waren, ins meer zurückzubringen, feucht zu halten während das wasser zurückgeht, bis es zurückkomme, immer wieder wasser über die glatte haut am morgen, am abend, diese schwelende sommerwunde mitten auf der schönsten stelle des strandes. und dann, am wiesenrand, plötzlich seine nummer im display. es legt einen durchsichtigen schleier über die welt, sagt elisa. sie verbirgt sich ja doch vor mir, auch wenn sie käme, weil ich ihr dreifach versiegte, also versagte, weil ich dreimal in ihren augen versagte, dass sie aufwachte aus ihrem schlaf, dreifach verfolgt, am morgen, und fand das haus scheinbar verlassen vor. dabei hob ich die schweren steine aus dem acker / der ackerkrume, derweil, und war so angestrengt, dass mir die seifenblasen über dem kopf platzten, zack & zack, die brille war in der mitte zerbrochen. und ich frage mich, wie sie zwischen salat und den möhren sich so rasch vermehrten. die hitze hängt über dem wasserturm, da ist ein architekturbüro in der spitze, und ich trockne mir mit dem ärmel die stirn. es ist so warm hier in der wüste. ich werfe fast keinen schatten. ich dusche morgens, ich dusche abends. es kommt ein ton aus dem haus der götter.

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